Umweltschutz, Klimawandel und kritischer Konsum

Unsere Gesellschaft steht mit Blick sowohl auf ökologische und ökonomische als auch auf soziale Entwicklungen vor diversen Herausforderungen: Energiewende, Klimafolgenanpassung, globale Armutsbekämpfung oder das Aufhalten der fortschreitenden Verschmutzung der Weltmeere sind nur wenige Schlagworte in diesem Kontext. Aufgrund der Vielschichtigkeit und globalen Komplexität dieser Aufgaben erscheinen Lösungen umso schwieriger – nicht nur in der Entwicklung, sondern auch in der Vermittlung und Durchführung in globalen Zusammenhängen.

In der SINUS-Jugendstudie 2016 werden ausgewählte Felder im Zusammenhang dieser globalen Herausforderungen aus der lebensweltlichen Perspektive der Jugendlichen beleuchtet – nämlich Umweltschutz, Klimawandel und „kritischer Konsum“. Wir möchten erfahren, wie es in der jungen Generation um die Bereitschaft zur sozialen und ökologischen Verantwortungsübernahmebestellt ist und wie sie ihre Handlungswirksamkeit hierbei einschätzt. Die Themen Umweltschutz und Klimawandel sind medial regelmäßig präsent. Was davon aber kommt bei den Jugendlichen an und welche Meinung haben sie dazu? Inwieweit möchten sie sich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren und was hindert sie daran?

Mit großer Regelmäßigkeit wird in den Medien zudem über Lebensmittel- und Tierschutzskandale, Produktionsbedingungen in Schwellenländernoder und den Trend zum Bio- und Slow-Food berichtet. Daher wurde auch „kritischer Konsum“ als weiteres Schwerpunktthema im Kontext ökologischer und sozialer Verantwortungsübernahme ausgewählt. Gemeint ist mit diesem Begriff, dass Konsumentinnen und Konsumenten ihre Kaufentscheidungen davon abhängig machen, wo das Produkt herkommt, unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde und welche Transportwege es hinter sich hat.

Konsum spielt in der Identitätsentwicklung junger Menschen eine zentrale Rolle, da sich über Kleidung, Smartphones und andere Konsumgegenstände Zugehörigkeit und Abgrenzung in jugendlichen Lebenswelten herstellen lassen. Große, günstige Modeketten haben die jungen Zielgruppen fest im Blick. Das Gleiche gilt für die bekannten Fast-Food-Anbieter. Insofern ist die Frage, ob Jugendliche beim Konsum auch Kriterien der Herstellung berücksichtigen wollen und können, besonders interessant. Die Art und Weise, wie man sich über Produkte informiert und die Frage, was, wie und warum konsumiert wird, bündelt zudem soziale, ethische, ökologische und ökonomische Facetten der Verantwortungsübernahme. Von Interesse ist daher auch, welche Dimensionen für Jugendliche am ehesten entscheidungs- und damit handlungsrelevant sind.