Liebe und Partnerschaft

Erste Gefühle des Verliebtseins sind bereits im Kindesalter nicht untypisch, ab dem Alter von ca. 14 Jahren machen sich Jugendliche aber zunehmend Gedanken über Liebe und Partnerschaft. Das Thema erhält im Teenageralter eine neue Qualität, weil das intime Erleben einer (sexuellen) Paarbeziehung eine wichtige Entwicklungsaufgabe darstellt, die mit hohen Erwartungen hinsichtlich der Erfüllung individueller Bedürfnisse einhergeht. In diesem Zusammenhang sind auch die Übernahme von Geschlechterrollen und das Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung wichtige Meilensteine beim Übergang zum Erwachsensein. Die in Paarbeziehungen gesammelten Erfahrungen sind zudem ein Übungsfeld zum Erwerb von Beziehungskompetenzen im Erwachsenenalter, allerdings mit noch relativ geringen Verpflichtungen. Sie können auch dem Statuserwerb in der Peergroup dienen.

Beziehungen ermöglichen die Erfahrung von emotionaler Sicherheit und Stabilität (Verbundenheit, Gebrauchtwerden, Verlässlichkeit) so wie Selbstverwirklichung und Selbständigkeit. Sie sind somit sehr bedeutsam für das persönliche Wohlbefinden. Das vollständige Fehlen romantischer partnerschaftlicher Erfahrungen im Jugendalter kann zu sozialen und emotionalen Unsicherheiten führen und die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen gefährden. Wir haben die Jugendlichen daher gefragt, ob sie schon einmal verliebt waren, wie sie Beziehungen (er)leben, welche Idealvorstellungen sie haben und wie sie sich zukünftige Partnerschaften vorstellen und wer Vorbilder hierfür sind.