Zielgruppe, Akteure und Agenda Setter politischer Bildung

Jugendliche sind für die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und viele andere Träger politischer Bildungsarbeit eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Zielgruppe. Die bpb richtet sich mit zahlreichen Publikationen, digitalen und analogen Lernangeboten, Veranstaltungen, Wettbewerben – die Liste ließe sich noch sehr lang fortsetzen – explizit an junge Menschen. Doch Jugendliche sind weit mehr als passive Adressaten politischer Bildung, sie sind Akteure und Multiplikatoren. Die bpb fördert dies mit unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten.

Exemplarisch sollen hier drei Beispiele genannt werden.

So gibt es in Deutschland über 50 sogenannter Young European Professionals (kurz: YEP). Diese jungen Menschen haben Antworten auf alle Fragen zur Europäischen Union. Die YEPs bringen anderen Jugendlichen Europa, die EU und deren Politik mit einem vielfältigen Workshop- und Veranstaltungsangebot näher. Ziel ist dieser Peer-Projekts ist es, zu einer persönlichen und aktiven Auseinandersetzung mit Europa anzuregen, dafür notwendige Informationen jugendgerecht zu vermitteln und zu persönlichem Engagement zu ermutigen. Die jungen Menschen werden zu Ko-Produzenten von Bildungsprozessen.

Eine Chance ihre Stimme hörbar zu machen, wurde jungen Menschen zwischen 16 und 23 Jahren im September 2015 mit der Konferenz #MachtZukunft gegeben. Auf Einladung des Bundesministerium des Inneren und der bpb diskutierten sie mit anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland über die Themen, die das Land heute und morgen bewegen: Zum Beispiel wie Beteiligung in der Demokratie besser funktioniert, was unsere Gesellschaft zusammenhält und was sie spaltet. Die Jugendkonferenz war Teil des Festivals FUTUR 25 zum Abschluss der Dialogreihe „Deutschland 2015: Unser Land – Unsere Zukunft“.

Eine sehr wichtige Rolle spielen Jugendliche auch in der Entstehung des wohl bekanntesten Produkts der bpb: dem Wahl-O-Mat. Grundlage für die Thesen im Wahl-O-Mat sind die Partei- und Wahlprogramme der Parteien sowie deren programmatische Aussagen zur Wahl. Die Thesen werden von einer Redaktion von 20 bis 25 Jung- und Erstwählerinnen und -wählern zwischen 16/18 und 26 Jahren erarbeitet. Unterstützt werden sie dabei von Pädagogen sowie Fachleuten aus Wissenschaft und Statistik.

Um weiterhin solche und ähnliche Projekte für und mit den unterschiedlichen Zielgruppen planen und umsetzen zu können, benötigt die bpb Anregungen und Inspiration. Sich hierfür an Jugendliche zu wenden, ist nur logisch. Nicht umsonst gelten sie in den Sozialwissenschaften schon seit langem als „politische Seismographen“.

Am Verhalten der Jugend lässt sich erkennen, in welchem Zustand sich eine Gesellschaft befindet. Die Meinung Jugendlicher ist für das Agenda Setting politischer Bildung deshalb höchst relevant. Politische Bildner erhalten im Dialog mit Jugendlichen nicht nur einen Eindruck davon, wie diese selbst leben und denken. Was Jugendliche über ihr Interesse an Politik oder auch Politikverdrossenheit, ihr Geschichtsbewusstsein und ihre Zukunftsvorstellungen sagen, liefert darüber hinaus wichtige Anhaltspunkte dafür, welche Themen gesamtgesellschaftlich relevant sind, welche Probleme es zu lösen gilt und welche Angebote politischer Bildung noch entwickelt werden müssten.

Nicht ausschließlich darum (aber auch deshalb) beteiligt sich die bpb an der SINUS-Jugendstudie.

Weitere Infos zur bpb unter www.bpb.de

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