Unsere Studienpartner #1: DKJS

Für Bildungserfolg und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen engagiert sich die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) seit mehr als 20 Jahren. Dabei hat sie besonders junge Menschen in Risikolagen im Blick, z.B. in ihren Programmen für junge Geflüchtete oder in den Lern- und Berufsorientierungscamps für Jugendliche. „Aber eine Ganztagsschule, die mit Vielfalt und Heterogenität umgehen kann, lokale Bündnisse für frühe Chancen oder unsere Förderung von Jugendengagement kommt letztlich nicht nur benachteiligten Kindern zugute“, betont Dr. Heike Kahl. Sie leitet die DKJS, die von einer anfangs auf Ostdeutschland konzentrierten Kooperationsstiftung zu einer bundesweit aktiven, operativen Bildungsstiftung gewachsen ist. Jährlich etwa 30 Programme setzt sie mit Partnern aus dem öffentlichen wie zivilgesellschaftlich-privaten Bereich um.

Der qualitative Ansatz der SINUS Jugendstudie, die Lebenswelten von Jugendlichen ins Zentrum rückt und sie selbst zu Wort kommen lässt, passe gut zum Grundprinzip der DKJS: „Wir legen den Finger auf die Stärken junger Menschen, nicht auf ihre Schwächen“, so die gebürtige Rostockerin. „Lebensweltorientierung ist eine wichtige Komponente in der pädagogischen Arbeit –in der Schule wie in der Jugendarbeit“, weiß auch Valeska Pannier, die in der Abteilung Evaluation der Stiftung tätig ist. Sie begleitet als Beiratsmitglied die Entstehung der neuen SINUS Jugendstudie. Schon vor vier Jahren war die DKJS als Projektpartnerin dabei und interessierte sich besonders für die Einstellung der Jugendlichen zu Schule, Lernen und zur beruflichen Zukunft.

Die Erfahrungen der DKJS korrespondierten mit den Befunden von SINUS. Wenn zum Beispiel laut Studie viele Jugendliche klassische Formate wie Tage der offenen Tür, Berufsbildungsmessen oder Berufsberatung nicht nutzen, sind wirkungsvollere Alternativen gefragt: „Angebote, die motivieren statt frustrieren. Vor allem junge Menschen mit schwierigen Aufwachsbedingungen brauchen eine Berufsberatung, die mit ihrer Lebenswelt zu tun hat und bei ihren Interessen ansetzt und früh beginnt“, so Heike Kahl und verweist auf Programme der Stiftung wie zum Beispiel die Schülerfirmen, Think Big, wo junge Leute eigene Projekte wie die eigene App oder ihren Hiphop-Battle umsetzen und nebenbei wichtige Kompetenzen erwerben oder die Sommercamps futOUR für Haupt- und Sekundarschüler: Auf dem Programm stehen Betriebserkundungen, Bewerbungsworkshops, gemeinsame Projekte und eine insgesamt zweijährige Nachbegleitung.   

Ein wichtiger Schwerpunkt der Stiftung ist die Arbeit mit den Menschen, die direkt oder indirekt Lern- und Aufwachsbedingungen von Kindern bestimmen, also Erziehern, Lehrern, Familien, Sozialarbeitern bis hin zur Steuerungsebene in Bildungseinrichtungen und Verwaltungen. Seit einigen Jahren begleitet die DKJS auch Kommunen, beispielsweise beim Aufbau von Bildungslandschaften. Hier konnte sie die Erkenntnisse der SINUS Studie ebenfalls nutzen. Der Handlungsbedarf in den Kommunen hat in diesem Jahr noch einmal eine ganz neue Dimension erreicht, wenn Städte und Gemeinden wie prognostiziert etwa 300.000 junge Flüchtlinge bis Ende 2015 aufnehmen. Die DKJS setzt sich dafür ein, dass sie auch in Kitas und Schulen willkommen sind und eine echte Chance auf Bildung und Teilhabe erhalten. (SKä)

Mehr unter www.dkjs.de

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