TV is not dead!

Die neue Studie „JIM 2015 – Jugend, Information, (Multi-) Media“ ist da und wurde heute im Musikpark Mannheim vorgestellt.

Wie zu erwarten steht das Handy/Smartphone bei der Medienbeschäftigung in der Freizeit an erster Stelle, 81% nutzen es täglich und weitere 13% mehrmals pro Woche. In der Untersuchung 2014 war noch das Internet (unabhängig vom Verbreitungsweg) die Nummer 1.

Einen Schwerpunkt bildet in der Studie 2015 das Interesse an verschiedenen Themen sowie die hierfür präferierten Informationskanäle. Für viele Themen, die Jugendliche interessieren, ist das Internet die bevorzugte Informationsquelle. Das gilt aber v.a. für die „Soft News“-Themen Musik, Stars und Mode sowie Veranstaltungen oder Konzerte in der Region.  

Mit 80 Prozent regelmäßigen Zuschauern spielt aber auch das Fernsehen weiterhin eine zentrale Rolle im Alltag Jugendlicher, besonders wenn es um Informationen zum aktuellen Zeitgeschehen („Hard News“), Sport in Deutschland und Bundespolitik geht. Dies ist möglicherweise einerseits mit einer höheren Glaubwürdigkeit zu erklären, andererseits aber auch mit einer Überforderung angesichts der Informationsvielfalt im Internet und der damit verbundenen Notwendigkeit, eigenständig zu recherchieren und zu selektieren. In der Vorjahresstudie hatten nur 14% angegeben, bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten auf das Internet zu vertrauen, deutlich davor rangierten mit 40% Tageszeitungen sowie Fernsehen mit 26 und Radio mit 17%.

Die thematischen Interessen unabhängig von der bevorzugten Informationsquelle bestätigen in der Tendenz die Befunde der kürzlich erschienen Shell-Jugendstudie, dass junge Menschen ein (gestiegenes) Interesse an Weltgeschehen und Politik äußern. 83% der befragten Jungen und Mädchen halten es danach für sehr wichtig oder wichtig, im Hinblick auf „Aktuelles, was in der Welt so passiert“ so schnell wie möglich über neueste Entwicklungen und Trends Bescheid zu wissen. Noch höhere Priorität haben mit 87% Informationen zu persönlichen Problemen.

Die JIM-Studie untersucht jährlich den Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland, Herausgeber ist der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest (mpfs) in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Die repräsentative Basisstudie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2015 telefonisch befragt.

Die vollständige Studie sowie weitere Infos finden Sie auf der Website der mpfs.

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