The book will never die

Der Springer ist im Schach die einzige Figur, die eigene und gegnerische Figuren einfach überwinden kann. Ähnlich elegant gelingt es dem gleichnamigen Verlag mit dem Springer im Logo, die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen.

Mit dem Digitalisierungsprojekt „Springer Book Archives“ wurden vor fünf Jahren unter dem Motto „The book will never die“ nahezu alle Bücher digitalisiert, die seit der Verlagsgründung 1842 erschienen waren. Ein mühsames Unterfangen, was die Klärung der Urheberrechte angeht bei einem Verlag mit Strukturen, die sich in den Jahrzehnten der Firmengeschichte aus zahlreichen kleineren Einzelverlagen entwickelt haben.

Seit 2005 werden bei Springer Publikationen von Anfang an als Print und Onlineausgabe geplant. „Es gibt Ausnahmen“, erklärt Katrin Emmerich aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Verlagsprogramm Springer VS. „Manchmal bekommen wir nur die Rechte für die Printausgabe.“ Das sei aber selten, denn letztlich wolle kaum ein Autor auf die Chance der digitalen Verbreitungsmöglichkeiten verzichten.

Über SpringerLink sind aktuell fast 200.000 Bücher aus den Bereichen Wissenschaft, Technik und Medizin digital verfügbar. Unter dem Namen Online First™ werden hier auch einzelne bereits freigegebene Artikel aus Sammelbänden veröffentlicht, die in der Printversion erst später im vollständigen Band erscheinen.

Zunächst nur als eProdukt gedacht waren die sog. Essentials, wissenschaftliche Kurzanalysen oder lexikalische Beiträge zu aktuellen Themen, die auf etwa 30 Seiten verständlich und praxisorientiert aktuelles Wissen vermitteln sollen. Die Essentials werden aber nun auch als Printversion angeboten und durchaus genutzt.

Bei Springer sieht man die Digitalisierung v.a. als Chance, um beispielsweise „wertvolle Publikationen aus der Vergangenheit für die Wissenschaft wieder aktiv zu beleben“, wie Derk Haank, CEO von Springer Science+Business Media, es 2011 formulierte. Dieses Ziel verfolgt auch ein aktuelles Projekt bei Springer VS, Klassiker aus den Sozialwissenschaften wie Charles Wright Mills oder Howard S. Becker erstmals aus dem Englischen zu übersetzen und damit einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.

Daneben kommen kontinuierlich Neuerscheinungen hinzu, allein im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich bei Springer VS etwa 1.000 Publikationen jährlich (bei Springer insgesamt etwa 9.000). Dabei hat sich der Verlag über die Jahre ein großes Autorennetzwerk aufgebaut, akquiriert aber gleichzeitig sehr aktiv z. B. auf Tagungen und Kongressen, auf denen dann Publikationen zu aktuellen Themen auf den Weg gebracht werden.

Ähnlich haben auch SINUS und Springer VS zusammen gefunden: Eine Mitarbeiterin von Springer Spektrum, dem Pendant zu Springer VS im Bereich Naturwissenschaften | Mathematik, kam auf einer Veranstaltung nach einem Vortrag von Peter Martin Thomas, Leiter der SINUS:akademie und Mitautor der Jugendstudie, mit ihm ins Gespräch.

Für ein dynamisches Themenfeld wie die Jugendforschung bieten die eProdukte des Verlags ergänzend zur Publikation der Studie spannende Möglichkeiten, z. B. im Bereich der Essentials oder eLearning. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Springer VS und sind uns jetzt schon sicher, dass wir „auf den richtigen Springer“ setzen – in Print und digital!

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