SINUS-Jugendstudie goes Open Access

Sie werden die neue SINUS-Jugendstudie von jedem Ort der Welt aus und zu jeder Zeit ab der Veröffentlichung kostenlos im Volltext lesen können, vorausgesetzt Sie haben einen Internetzugang.

Das ist – neben den neuen inhaltlichen Schwerpunkten – eine wichtige Veränderung gegenüber den Vorgängerstudien, die ausschließlich als kostenpflichtige Bücher erschienen sind. Vorangetrieben wurde diese Entwicklung nicht zuletzt von den Studienpartnern, die den Bedarf nach frei zugänglichen Fachinformationen gerade im Non-Profit-Bereich aus dem eigenen Arbeitsalltag kennen.

„Gerade im Bildungsbereich ist es ein großer Gewinn, wenn es gelingt, Zugangsbarrieren zu Wissen abzubauen. Durch die kostenfreie Online-Publikation der Studie ermöglichen wir allen, die tagtäglich mit oder für Kindern und Jugendliche arbeiten, ein besseres Verständnis der Lebenswelten junger Menschen. Nicht nur denen, die über ein Fachbuchbudget verfügen, sondern auch Jugendleitern, Sozialarbeitern, Kommunalentscheidern oder Eltern“, betont Christian Hahn von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Die Idee, wissenschaftliche Publikationen der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen, ist nicht neu. Bereits zu Beginn der 1990er Jahre entstand unter dem ökonomischen Druck der Bibliotheken die internationale Open-Access-Bewegung, wobei die Verbreitung des Internets gut 10 Jahre später bahnbrechende technische Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung mit sich brachte und dem Thema damit neuen Aufschwung verlieh. Ein wichtiger Meilenstein war die Berliner Erklärung 2003, in der eine Reihe von internationalen Forschungsorganisationen ein visionäres Statement zum Potenzial des Internets für die Wissenschaft skizzierte und die freie Zugänglichkeit von wissenschaftlicher Literatur und kulturellem Erbe im Internet forderte.

Seither haben u.a. diverse politische Gremien wie die 2010 bis 2013 bestehende Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des deutschen Bundestags das Thema aufgegriffen und vorangetrieben, zumindest in der Theorie.  „Viele Forschungsförderer wie die Europäische Kommission und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), aber auch zahlreiche Universitäten fordern inzwischen Wissenschaftler/innen auf, ihre Forschungsergebnisse im Sinne von Open Access zur Verfügung zu stellen“, berichtet Anja Oberländer, Referentin für elektronisches Publizieren und Open Access an der Universität Konstanz und Projektkoordinatorin der deutschen Informationsplattform open-access.net.

Bei Springer gibt es das OpenAccess Portal  SpringerOpen seit 2010. Dort wurden zunächst Zeitschriften frei zugänglich gemacht, seit August 2012 sind Bücher hinzugekommen, insgesamt umfasst die Datenbank inzwischen weit über 500 Zeitschriften und mehr als 100 Bücher.

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