SINUS Jugendforschung gestern und heute (Teil 2)

Die SINUS Jugendforschung hat sich seit ihren Anfängen nicht nur inhaltlich verbreitert, sondern auch geografisch. Im Frühjahr 2013 erschien die erste Sinus-Milieu® basierte Jugendstudie Österreichs vom Wiener SINUS Partner INTEGRAL. Die zweite Auflage ist für 2016 geplant, darüber werden wir hier noch ausführlicher berichten. 2015 konnte SINUS im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Ministeriums für Arbeit, Migration und Jugend der Kirgisischen Republik eine Milieustudie über die kirgisische Jugend erstellen. Und jüngst sind die Methoden und Ergebnisse der SINUS Jugendforschung bei Vorträgen in Südostasien auf großes Interesse gestoßen, so dass sich weitere Möglichkeiten zur internationalen Jugendforschung ergeben könnten.

Der Bedarf an Veranstaltungen, v.a. Vorträgen, zur SINUS Jugendforschung ist seit den Anfängen schnell gestiegen und gleichbleibend hoch, die Forschungsergebnisse wurden inzwischen mehrere hundert Male vorgestellt. Dabei geht es nicht immer unmittelbar um Jugend als Zielgruppe, sondern häufig auch darum, welche Trends von morgen sich an den Forschungsergebnissen erkennen lassen, welche Zielgruppen der Zukunft anhand jugendlicher Lebenswelten prognostiziert werden können.

Kontinuierliches Beobachten von Trends

Trends im Blick zu behalten erfordert Kontinuität in der Beobachtung. Daher wird die SINUS Jugendstudie erneut im Abstand von nur 4 Jahren zur Vorgängerstudie durchgeführt. Veränderungen und Entwicklungen zeichnen sich in den jugendlichen Lebenswelten deutlich schneller ab als bei den Erwachsenen, bei denen die Grundlagenforschung in größeren Abständen durchgeführt wird. So hat bspw. das Thema Digitalisierung in der Studie von 2008 noch eine relativ kleine Rolle gespielt, damals war Facebook noch nicht in Deutschland angekommen und auch WhatsApp kam erst 2009 auf den Markt. Heute unvorstellbar!

Die Jugendforschung ist zu einer der SINUS Kernkompetenzen geworden, wobei wir unserer ethnologischen, ganzheitlichen Herangehensweise und dem Grundprinzip der Lebenswelt-explorationen auch bei den jungen Lebenswelten treu geblieben sind.

Es gibt noch viel zu fragen

Die Themen gehen uns dabei nicht aus, eher würden wir die Jugendlichen gerne noch viel mehr fragen und noch mehr von dem verstehen, was ihre Alltagswelt ausmacht. Spannend finden wir z. B. das Thema Gesundheit. Welchen Stellenwert hat das für junge Menschen? Wie definieren sie ein gesundes Leben, was gehört alles dazu? Und inwiefern investieren sie für sich persönlich in diesen Bereich? Ganz zu schweigen von einer Zielgruppe, die das Modell der jugendlichen Lebenswelten bisher gar nicht umfasst, nämlich der vielen zugewanderten Minderjährigen. Welche Werte bringen diese Menschen mit, welche Erwartungen an das Leben und die Gesellschaft in Deutschland?

SINUS Jugendforschung gestern, heute – und morgen: Es bleibt spannend!

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